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Jugendjahre Seine Kindheit verbrachte Ludwig II, wenn nicht bei Hofe in München, auf Schloss Hohenschwangau, das der königlichen Familie als Sommerresidenz diente. Man sagt, dass er einer sehr harten und strengen Erziehung seitens seines Vaters ausgesetzt war. Maximillian II. mit seiner Frau und den beiden Söhnen Ludwig und Otto um 1850. (Nach einer Zeichnung von E. Correns.) König Ludwig II regierte von 1864 bis 1886. Seine Regierungszeit war besonders von kulturellem Interesse geprägt. Er förderte das Musikschaffen Richard Wagners und veranlasste den Bau der heute weltberühmten Schlösser Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Herrenchiemsee. Als er dabei die Staatskasse hoch verschuldete, konnte niemand voraussagen, dass ihm das bayerische Volk hundert Jahre später von Herzen dankbar dafür sein würde. Ludwig II. mit seiner Braut Prinzessin Sophie, 1867 Am 12. Juni 1886 wurde König Ludwig II auf Schloss Neuschwanstein festgenommen und nach München gebracht. Einen Tag später fand er im Starnberger See seinen mysteriösen Tod. ![]() Einsamer König, etwa 1883 König Ludwig II-Homepage ... Ein Ruheplatz für seine Seele ... |
Schloss Neuschwanstein »Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen, und muß Ihnen gestehen, daß ich mich sehr darauf freue, dort einst (in 3 Jahren) zu hausen; mehrere Gastzimmer von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den hehren Säuling, die Gebirge Tirols und within in die Ebene, sollen wohnlich und anheimelnd dort eingerichtet werden; Sie kennen Ihn, den angebeteten Gast, den ich dort beherbergen möchte, der Punkt ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar, ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund, durch den einzig Heil und wahrer Segen der Welt erblühte. Auch Reminiszenzen aus Tannhäuser (Sängersaal mit Aussicht auf die Burg im Hintergrunde), aus Lohengrin (Burghof, offener Gang, Weg zur Kapelle), werden Sie dort finden; in jeder Beziehung schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das untere Hohenschwangau, das jährlich durch die Prosa meiner Mutter entweiht wird; sie werden sich rächen, die entweihten Götter, und oben weilen bei Uns auf steiler Höh', umweht von Himmelsluft.« Der Brief, in dem Ludwig II. seinem schwärmerisch verehrten Freund Richard Wagner mitteilt, dass er die alte Burgruine Hohenschwangau wieder aufbauen lassen will, stammt vom 13. Mai 1868. Er war damals 22 Jahre alt und seit vier Jahren König. Die erste jünglingshafte Begeisterung war vergangen, denn die politischen Realitäten und die tägliche Routinearbeit stimmten nicht mit seinen eigensten Intentionen und Interessen überein. Ludwigs wahre Liebe galt der Kunst, vor allem der Musik und dem Theater, in dem er ein Mittel sah, »um das Volk empfänglich zu machen für das Große und Erhabene und um es auf eine höhere Bildungsstufe zu bringen«. Und sein Königtum begriff er im Sinne einer absoluten Monarchie, eines Gottesgnadentums - die konstitutionelle Monarchie, das Eingehen auf die Wünsche der Minister, war nicht nach seinem Geschmack. Als Fünfzehnjähriger hatte Kronprinz Ludwig seine erste Wagneroper gesehen, und zwar >Lohengrin<. Dieses Erlebnis war so stark, dass er zu Hause das Textbuch auswendig lernte und auch die Prosaschriften Wagners las, darunter >Das Kunstwerk der Zukunft<. Die Begeisterung für Wagners Werk ließ - sehr zum Ungemach seiner Umgebung - nicht nach, und kaum war Ludwig König geworden, rief er den von schwersten wirtschaftlichen Sorgen geplagten Komponisten zu sich und wurde sein Mäzen. Neuschwanstein wird oft als Wagnerburg bezeichnet, was sicherlich zum Teil berechtigt ist. Doch darf man nicht vergessen, dass das Interesse des Kronprinzen für die Sagen- und Ritterwelt des Mittelalters nicht nur durch Wagner angeregt wurde, sondern auch durch den Lieblingsort seiner Kindheit: Hohenschwangau. Darüber berichtet ein Zeitgenosse, der Schriftsteller Karl von Heigel; »Wenn der junge Ludwig sommers nach Hohenschwangau kam, winkte ihm auch in diesem Elternhaus die Vergangenheit - Sage und Geschichte lockend von den Wänden. Da sah er den Schwanenritter Lohengrin, wie er auf dem Rhein ins Horn stößt, um dem Kaiser sein Nahen zu verkünden; da die Mutter Karls des Großen im stillen Würmtal, harrend auf ihren Retter und Rächer, da den hünenhaften Langobarden Autaris und seine bajuwarische Braut Trudelinde. Seine Ahnen sah er hoch auf gewappnetem Roß, mit gezücktem Schwert im ewigen Rom und unter Palmen am Nil. Da sah er alle die Kaiser und Herzöge, Minnesänger und Kreuzritter aus der Chronik von Hohenschwangau.« Neuschwanstein-Homepage ... |
Schloss Herrenchiemsee
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Hohenschwangau |
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